Marktzulassung · Insight · 5 Min Lesezeit

Der digitale Produktpass.

Das nächste Pflichtprojekt.

Was der DPP bedeutet

Der digitale Produktpass ist das regulatorische Projekt, das am weitreichendsten in die Produktionssysteme und Informationsarchitekturen von Herstellern eingreifen wird. Er ist kein Etikett. Kein Dokument. Er ist eine maschinenlesbare Datenbasis, die einem Produkt sein ganzes Leben lang folgt — von der Produktion über den Verkauf bis zur Entsorgung.

Die Rechtsgrundlage ist die Ökodesign-Verordnung ESPR 2024/1781. Die ersten verbindlichen DPP-Anforderungen kommen aus der Batterie-Verordnung 2023/1542 — bereits aktiv für Industrie- und Traktionsbatterien. Für Textilien ist die Pflicht ab 2026 geplant. Für Elektronik, Haushaltsgeräte und Baumaterialien folgen weitere Kategorien.

Das häufigste Missverständnis: „Es geht mich noch nicht an, weil es noch nicht verpflichtend ist." Dieser Gedanke ist strategisch kurzsichtig. Wer wartet, baut unter Zeitdruck eine Dateninfrastruktur auf, die andere längst betreiben. Der Wettbewerbsnachteil ist real.

Die Verbindung zum Dossier

Die Daten für den DPP sind grösstenteils dieselben, die ein vollständiges Konformitätsdossier bereits enthalten sollte: Materialzusammensetzung, Lieferanteninformationen, Prüfergebnisse. Der Unterschied ist Strukturierung und Maschinenlesbarkeit. Wer heute digital und granular dokumentiert, baut automatisch die Grundlage für den DPP.

AltmannCert dokumentiert Konformitätsdaten von Beginn an in einem strukturierten Format. Kunden, die heute über AltmannCert zertifizieren, legen damit gleichzeitig die Grundlage für ihre DPP-Readiness. Das ist kein Zufall. Es ist Teil des Systemdesigns.


Auszug aus: Dr. Raphael Nagel — „Marktzulassung. Wie Sie Ihr Produkt in der Schweiz und der EU legal auf den Markt bringen — ohne Rückruf, ohne Haftung, ohne Umwege." Tactical Management Press, 2026.